Erfahrungs­bericht

Freiwilligenarbeit Costa Rica: Lenis Erfahrung im Schildkrötenschutz

Habt keine Angst, etwas Neues zu versuchen, denn am Ende bereuen wir das, was wir nicht gemacht haben.

Eine Freiwillige hält ein Schildkrötenbaby in ihren Händen

Für Leni ging mit ihrer Reise nach Costa Rica ein großer Wunsch in Erfüllung: Nach der Schule wollte sie die Welt entdecken, Spanisch lernen und gleichzeitig etwas Sinnvolles tun. Bei ihrer Freiwilligenarbeit im Schildkrötenschutz lebte sie direkt am Strand, unterstützte den Schutz von Meeresschildkröten und erlebte unvergessliche Momente bei der Freilassung der kleinen Schildkröten. In ihrem Erfahrungsbericht erzählt Leni von ihrem Alltag im Projekt, dem Leben mit anderen Volunteers und davon, wie ihre Zeit in Costa Rica sie mutiger, selbstständiger und weltoffener gemacht hat.

Meine Vorbereitungszeit

Die Entscheidung, ein Auslandsjahr zu machen, habe ich schon recht früh getroffen. In meinem letzten Schuljahr habe ich mir genauere Gedanken dazu gemacht, wohin es gehen soll. Eine Freundin von mir hat damals ein halbes Jahr in Costa Rica verbracht und mir danach von ihrer wundervollen Zeit berichtet. Außerdem wollte ich gerne lernen, Spanisch zu sprechen.
Daher entschied ich mich für Südamerika als Reiseziel. Aus Zufall bin ich dann auf das Schildkröten-Projekt in Costa Rica gestoßen.
Die Projektbeschreibung hat mich direkt überzeugt und ab dann haben meine Reisevorbereitungen auch schon begonnen.
WanderWorld Travel hat mir viel Informationsmaterial, sowie eine Packliste zur Verfügung gestellt, wodurch sich die Vorbereitung auf meine Reise einfacher gestaltet hat als erwartet.

Die ersten Tage

In San José hat uns Helena empfangen und uns die Stadt gezeigt. Sie war ein gutes Beispiel für die freundliche und lebensfrohe Art der Latinas.
Wir haben einen Überblick über die Geschichte und Kultur des Landes bekommen, eine gute Grundlage für den Einstieg in mein Projekt. Zusätzlich hatte ich durch die Einführungstage die Gelegenheit, erste Kontakte zu knüpfen.

Ein Tag im Turtle Protection Projekt

Die schönsten Tage haben damit begonnen, dass der Freiwilligenkoordinator für alle zum Frühstück Pancakes gemacht hat. Danach sind wir meistens alle zum Strand gegangen und waren im Meer schwimmen. Die Tagesaktivitäten fürs Projekt waren oft unterschiedlich: Beach-Clean-ups, Surfen, die Station weiter ausbauen, den Sand wechseln oder, am allerbesten, die Freilassung von Babyschildkröten! In der Nacht haben wir dann in Schichten auf die Nester aufgepasst und auch gegebenenfalls Babyschildkröten freigelassen oder neue Nester entdeckt.

Meine Freizeit in Montezuma

Meine Freizeit habe ich meistens am Strand verbracht. Wir sind viel schwimmen gegangen oder
auch mal surfen. Es gibt viele Cafés und Restaurants in der Nähe und auch ein paar schöne Wasserfälle sind fußläufig erreichbar (ca. 30 Min.). Auch andere Aktivitäten wie ein Ausflug zur „Tortuga Island“ mit Biolumineszenz oder Seilbahn fahren durch den Dschungel sind möglich.

Meine Erfahrung mit der Kultur

Wenn ich die lateinamerikanische Kultur in einem Wort beschreiben müsste, wäre es „fröhlich“. Egal, wie viel die Menschen besitzen, sie sind fast immer gut gelaunt. Es wird überall getanzt und Musik gespielt. Sie sind sehr offen, hilfsbereit und auch das Essen dort ist sehr lecker.

Meine schönsten Momente

Meine schönsten Momente waren die Freilassungen der Babyschildkröten. Die kleinen Meeresschildkröten ins Meer krabbeln zu sehen, war eines der süßesten Dinge, die ich je gesehen habe. Das Gefühl, etwas Gutes zum Tier- und Umweltschutz beizutragen oder auch eine Babyschildkröte auf der Hand zu haben, hat mich zusätzlich erfüllt.

Mein Lieblingsort

Mein Lieblingsort war auf jeden Fall der Strand. Besonders bei Sonnenaufgang waren das Meer und der weiße Sand einfach atemberaubend.

Meine Unterkunft

Ich war mit den anderen Volunteers und dem Freiwilligenkoordinator in einem Haus in Montezuma
untergebracht. Die Volunteers wurden in Mehrbettzimmern untergebracht (Jungs und Mädchen getrennt). Das Haus lag direkt am Strand und man konnte von der Terrasse aus Tiere und das Meer beobachten. Natürlich sind in einem Haus mitten in der Natur auch mal Tiere wie Geckos, Kakerlaken oder Mäuse zu finden. Daran gewöhnt man sich aber schnell und es stellt wirklich kein Problem dar.

Warum ich Lateinamerika liebe

Ich liebe Lateinamerika für die Vielfalt an Landschaften, die es zu bieten hat. Atemberaubende Natur, Weltwunder, gutes Essen und Lebensfreude. All das findest du dort. Besonders beeindruckt hat mich die fröhliche und hilfsbereite Art der Einwohnende. Selbst Menschen, die wenig besitzen, würden alles mit dir teilen. Überall ist Musik und die Menschen dort wirken glücklich.

Sicherheit vor Ort

Zum Glück habe ich keine negativen Erfahrungen bezüglich der Sicherheit gemacht. Ich habe mich überall sehr sicher gefühlt.
Allerdings sollte man, wie immer, trotzdem vorsichtig sein. Ich empfehle, sich immer mindestens zu zweit aufzuhalten, seine Wertsachen immer nah bei sich zu haben oder zu Hause zu lassen und einfach generell achtsam zu sein.

Wie mich die Reise verändert hat

Durch meine Auslandserfahrung bin ich viel selbstsicherer und mutiger geworden. Die Erfahrung, sich in einem anderen Land, ohne am Anfang die Sprache sprechen zu können, zurechtzufinden, gibt mir das Vertrauen, dass ich weitere Herausforderungen in meinem Leben meistern kann. Neuanfänge, bei mir zum Beispiel das Studium in einer anderen Stadt, machen mir keine Angst mehr. Ich konnte auf jeden Fall meinen Horizont erweitern, indem ich mich auf eine neue Kultur eingelassen habe. Ich bin weltoffener und habe viel über die verschiedenen Lebensweisen und Menschen gelernt. Meine Zeit in Südamerika werde ich nie vergessen und kann es jedem nur ans Herz legen.

Meine Tipps für zukünftige Teilnehmer

Mein Tipp ist, nicht zu viel im Voraus zu planen. Bleibt spontan und lasst euch auf die Erfahrung ein.
Selbst wenn etwas am Anfang vielleicht langweilig erscheint, könnte es zu eurer besten Erfahrung werden. Also habt keine Angst, etwas Neues zu versuchen, denn am Ende bereuen wir das, was wir nicht gemacht haben. Ich finde es auch wichtig, Kontakt zu den Einwohnenden herzustellen, weil das für mich der Unterschied zwischen Reisen und Urlaub machen ist.

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