Erfahrungs­bericht

Leben als Volunteer in Kolumbien: Zwischen Herzlichkeit, Abenteuer und persönlichem Wachstum

Für einen Auslandsaufenthalt wie diesen ist es hilfreich, offen für andere Kulturen zu sein und Interesse daran zu haben, neue Menschen kennenzulernen. Man sollte außerdem Spaß daran haben, neue Orte zu entdecken, anderes Essen auszuprobieren und vielleicht auch mit Kindern zu arbeiten und ihnen zu helfen. Ein bisschen Abenteuerlust gehört ebenfalls dazu, weil vieles anders ist als zu Hause und man sich auf neue Situationen einlassen muss.

Teilnehmende steht im Sand bei Sonnenuntergang

Tropische Strände, bunte Städte und bewegende Begegnungen: diese Reise durch Kolumbien war für sie weit mehr als nur ein Auslandsaufenthalt. Schon lange träumte Irini davon, Lateinamerika selbst zu erleben, ihre Spanischkenntnisse zu vertiefen und in eine neue Kultur einzutauchen. Was sie dort erwartete, waren nicht nur neue Orte und Abenteuer, sondern vor allem persönliches Wachstum, inspirierende Begegnungen und unvergessliche Momente.

Ihr Erfahrungsbericht gibt einen ehrlichen Einblick in das Leben als Volunteer in Lateinamerika, mit all seinen Herausforderungen, besonderen Momenten und wertvollen Lektionen. Eine Reise die ihren Horizont erweitert und sie nachhaltig geprägt hat.

Meine Vorbereitungszeit

Schon in der Schule hatte ich Spanisch-Leistungskurs und habe viel über Lateinamerika gelernt. So entstand der Wunsch, die Region selbst kennenzulernen, mein Spanisch zu verbessern und die Kultur vor Ort zu erleben.
Die Reise habe ich etwa ein halbes Jahr im Voraus gebucht. Zunächst plante ich nur die ersten drei Monate und organisierte den Rest spontan vor Ort. In der Vorbereitungszeit habe ich Videos über Kolumbien geschaut und etwas im Reiseführer gelesen, um mich besser auf das Land einzustimmen.
Vor der Abreise war ich aufgeregt und auch etwas nervös, als alleinreisende Frau nach Südamerika zu gehen. Gleichzeitig freute ich mich sehr auf neue Erfahrungen und darauf, den Winter in Berlin zu verpassen.
Von WanderWorld wurde ich sehr gut vorbereitet. Ich erhielt hilfreiche Infos zu Packliste, Land und Impfungen sowie einen ausführlichen Videocall mit allen wichtigen Informationen und Ansprechpartnern vor Ort. Bei Fragen konnte ich mich jederzeit melden, was mir viel Sicherheit gegeben hat.

Die ersten Tage

Die Ankunft in Cartagena war sehr aufregend. Es war deutlich wärmer als zu Hause und ich war voller Vorfreude, endlich angekommen zu sein und die Reise zu beginnen. Mein erster Eindruck vom Land war sehr positiv, alles wirkte bunt, lebendig und ganz anders als ich es gewohnt war.
Am Einführungstag habe ich viele Informationen über die Stadt und das Zentrum erhalten und konnte offene Fragen klären. Das hat mir einen guten ersten Überblick gegeben. Die ersten Tage im Projekt waren intensiv, da ich mit Kindern auf einer sehr armen Insel gearbeitet habe. Die Lebensumstände dort waren neu für mich und haben mich nachdenklich gemacht.
Andere Volunteers habe ich direkt kennengelernt. Wir waren insgesamt acht Personen aus Dänemark, Kolumbien und den Niederlanden. Bis ich mich richtig eingelebt hatte, hat es etwa zwei Wochen gedauert, danach war ich mit den Abläufen vertraut und hatte meine Routine gefunden.

Ein Tag im Youth Development Projekt

Im ersten Projekt, Youth Development Tierra Bomba, habe ich als Englischlehrerin gearbeitet, im Bereich Sustainable Arts unterstützt und auch beim Surfen geholfen. Der Arbeitstag dauerte meist entweder von 9 bis 11 Uhr oder am Nachmittag. In der freien Zeit konnte man zum Strand gehen, Fußball spielen oder Zeit mit den anderen Volunteers und den Kindern verbringen.
Besonders viel Freude haben mir die gemeinsamen Aktivitäten gemacht, zum Beispiel das Kochen mit den anderen Volunteers oder das Surfen mit den Kindern. Auch die Wochenenden in Cartagena haben mir sehr gefallen und waren ein schöner Ausgleich zum Projektalltag.
Die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitenden im Projekt war sehr gut. Alle waren freundlich, hilfsbereit und es herrschte eine offene, positive Atmosphäre.

Im zweiten Projekt, in einem Hostel in Santa Marta, habe ich an der Bar gearbeitet, meist von 18 bis 24 Uhr. Die Arbeit war sehr entspannt, da ich den ganzen Tag frei hatte und die Stadt erkunden oder schwimmen gehen konnte. Auch hier war die Zusammenarbeit mit den anderen Volunteers sehr gut und die Managerin war sehr nett und unterstützend.

Ich habe viel Zeit mit den anderen Volunteers verbracht. Auf der Insel waren wir oft zusammen am Strand, haben mit den Kindern Karten gespielt oder auf dem Fußballfeld gespielt. Am Wochenende sind wir immer nach Cartagena gefahren, um die Stadt zu erkunden, zu feiern und einfach Abwechslung zu haben.
Ein besonderer Trip war ein Ausflug zu den Islas del Rosario, als ich in Cartagena war. Dort haben wir an einem Cleanup teilgenommen, Müll gesammelt, Korallen angeschaut und Mangroven gepflanzt.
Außerdem bin ich mit den anderen Freiwilligen für eine Woche nach Medellín gereist. Die Stadt hat mir besonders gut gefallen, weil sie sehr groß und lebendig ist, mit vielen Menschen und viel Musik. Besonders spannend war auch der Besuch eines sozialen Projekts in einer Favela.
Beim zweiten Projekt war ich in der Region um Santa Marta. Wir waren im Tayrona Nationalpark und in Taganga, wo es viele schöne Strände gibt. Besonders gut hat mir aber Minca gefallen, weil es dort sehr ruhig und entspannt ist, mit viel Natur, Kaffee-Fincas und wunderschönen Sonnenuntergängen.

Meine Erfahrung mit der Kultur

Besonders beeindruckt hat mich die Offenheit und Herzlichkeit der Menschen vor Ort. Die Kinder haben oft Dinge mit uns geteilt, obwohl sie selbst nur sehr wenig hatten. Diese Großzügigkeit hat mich sehr bewegt.
Ich habe mich jederzeit willkommen gefühlt.
Überrascht hat mich vor allem, wie locker und entspannt viele Menschen dort sind. Das Leben verläuft langsamer, vieles wird gelassener gesehen und Musik und Tanzen gehören ganz selbstverständlich zum Alltag.
Von den Menschen vor Ort konnte ich viel lernen, zum Beispiel dankbarer zu sein, mehr im Moment zu leben, anderen zu helfen und insgesamt etwas entspannter durchs Leben zu gehen.

Meine schönsten Momente

Ein Moment, der mir besonders in Erinnerung geblieben ist, war unser gemeinsamer Abschiedsabend auf Tierra Bomba. Wir haben mit allen Volunteers, dem Manager und den Kindern von der Insel zusammen gegessen, gegrillt und einen Film geschaut. Jeder von uns durfte ein Kind einladen, sodass wir den Abend wirklich gemeinsam verbringen konnten.
Gerade weil viele der Kinder dort oft nur eine Mahlzeit am Tag bekommen, war es etwas ganz Besonderes, zusammen zu essen, zu spielen und einfach Zeit miteinander zu verbringen. Die Atmosphäre war sehr herzlich und alle haben diesen Moment spürbar wertgeschätzt. Für mich war es ein sehr emotionaler und schöner Abschluss.

Was ich meinem Projekt mitgeben konnte

In meinem Projekt konnte ich vor allem meine Zeit, Energie und Unterstützung einbringen, besonders bei der Arbeit mit den Kindern. Durch den Unterricht, gemeinsame Aktivitäten und das Surfen konnten wir ihnen Aufmerksamkeit schenken und ihnen neue Erfahrungen ermöglichen.
Meine Arbeit war besonders im ersten Projekt auf Tierra Bomba wichtig, weil die Lebensbedingungen dort sehr schwierig sind. Es gibt oft wenig Wasser, viel Müll auf der Insel und die Bildungsmöglichkeiten sind begrenzt. Viele Kinder verbringen viel Zeit auf der Straße und Perspektiven fehlen häufig. Deshalb ist jede Unterstützung im Bildungs- und Freizeitbereich sehr wertvoll.
Gleichzeitig habe ich selbst viel gelernt und neue Erfahrungen gesammelt, zum Beispiel durch die Arbeit im Projekt und später auch im Hostel. Dabei habe ich viele Menschen kennengelernt und mein Spanisch weiter verbessert.
Auf meiner Reise habe ich auch oft über die Projekte gesprochen und anderen davon erzählt. Dadurch konnte ich einige Menschen inspirieren, sich ebenfalls mit Themen wie Freiwilligenarbeit zu beschäftigen. Viele waren überrascht, dass man nicht nur reisen kann, sondern auch mehrere Monate an einem Ort bleiben und sich engagieren kann. So entstehen stärkere Verbindungen zu den Menschen und zum Ort.

Mein Lieblingsort

In Cartagena konnte ich sehr viel erleben. Die Stadt ist sehr lebendig, es gibt viele Menschen auf den Straßen, viel Musik, eine gute Stimmung und viele Möglichkeiten zu tanzen und zu feiern. Außerdem gibt es schöne Strände, viele tropische Früchte und die nahegelegene Insel Tierra Bomba, auf der ich ebenfalls viel Zeit verbracht habe.
Besonders gemacht hat diesen Ort für mich, dass er so anders ist als mein Zuhause. Alles wirkt sehr bunt, warm und entspannt, und das Leben spielt sich viel draußen ab.
Ich habe mich selten gestresst gefühlt, weil die Menschen dort insgesamt sehr entspannt sind und vieles lockerer sehen.
Im Vergleich zu meiner Heimat gibt es weniger Strenge im Alltag und vieles wird spontaner genommen. Pünktlichkeit ist oft nicht so wichtig und Musik gehört fast überall dazu.

Meine Unterkunft

Im ersten Projekt hatte ich ein eigenes Zimmer. Für die Verhältnisse auf der Insel war das wirklich ein großes Privileg, weil die Insel insgesamt sehr arm ist. Ich hatte sogar eine eigene Dusche, was dort nicht selbstverständlich ist. Dort gab es auch einen gemeinsamen Kochbereich und einen Spielbereich für die Kinder.
Im zweiten Projekt habe ich mit den anderen Volunteers zusammen gewohnt. Es war eher wie ein Hostel, mit einem Bett in einem Zimmer mit mehreren Personen. Außerdem hatten wir einen Pool und eine kleine Bar. Ich habe mich in beiden Unterkünften wohlgefühlt. Im ersten Projekt gab es durch das warme Klima manchmal viele Tiere oder auch Kakerlaken, was am Anfang etwas ungewohnt war, aber man gewöhnt sich daran. Zusammen gewohnt habe ich jeweils mit anderen Volunteers aus verschiedenen Ländern, unter anderem aus Deutschland, Dänemark, den Niederlanden und Frankreich. Dadurch war die Atmosphäre sehr international. Anders als zu Hause war vor allem, dass man vieles selbst organisieren musste, zum Beispiel kochen, Wäsche waschen und den Alltag planen. Die Unterkünfte waren insgesamt einfacher als zu Hause. Im ersten Projekt gab es manchmal kein Wasser und vieles war sehr offen gebaut, zum Beispiel die Küche. Im zweiten Projekt hatte man durch die Mehrbettzimmer weniger Privatsphäre. Trotzdem gewöhnt man sich schnell daran und es gehört zu der Erfahrung dazu.

Warum ich Lateinamerika liebe

Ich würde einen Auslandsaufenthalt in Lateinamerika auf jeden Fall weiterempfehlen, weil man einen komplett neuen Kontinent, eine neue Sprache und eine ganz andere Kultur kennenlernt als in Europa. Die Erfahrungen dort helfen einem, über sich selbst hinauszuwachsen und die Welt aus einer anderen Perspektive zu sehen. Außerdem ist die Region sehr vielfältig und man kann unglaublich viel entdecken.
Zukünftigen Teilnehmern würde ich vor allem sagen: einfach machen. Es sind besondere Erlebnisse, die man so schnell nicht vergisst, vor allem wenn man mit Kindern arbeitet. Ich würde empfehlen, mindestens ein bis zwei Monate an einem Ort zu bleiben, damit man wirklich ankommt, mehr vom Projekt mitnimmt und eine Verbindung zu den Menschen aufbauen kann. Gleichzeitig lohnt es sich, die Zeit zu nutzen, um zu reisen und verschiedene Orte zu entdecken.
Ein persönlicher Tipp von mir ist auf jeden Fall, nach Kolumbien zu reisen. Das Land hat unglaublich viel zu bieten, von Kultur über Natur bis hin zu sehr offenen und herzlichen Menschen.
Auch WanderWorld kann ich weiterempfehlen. Die Organisation war sehr gut strukturiert und man konnte jederzeit Fragen stellen. Besonders für die erste große Reise ist das sehr hilfreich, auch für die Familie zu Hause, weil man weiß, dass alles gut vorbereitet ist. Wenn man später mehr Erfahrung hat, kann man natürlich auch mehr selbst organisieren, aber für den Einstieg war die Unterstützung sehr wertvoll.

Sicherheit vor Ort

Vor Ort habe ich mich sehr wohlgefühlt, fast wie in einer kleinen Familie. Ich war mit vielen Gleichaltrigen zusammen und auch der Projektleiter war sehr nett und hilfsbereit. Dadurch ist schnell eine gute Gemeinschaft entstanden.
Auf der Insel waren wir meistens gemeinsam unterwegs, weil man dort abends nicht alleine rausgehen sollte. Auch in Cartagena haben wir vieles in der Gruppe gemacht. In Santa Marta war ich teilweise auch allein unterwegs, aber Ausflüge nach Minca, Tayrona oder Taganga haben wir meist zusammen gemacht.
Im Alltag habe ich darauf geachtet, nachts nicht alleine unterwegs zu sein und keine Wertsachen offen zu zeigen. Am Anfang sollte man auch etwas vorsichtig mit Essen sein.
Mein Tipp für zukünftige Teilnehmer ist, sich am Anfang Zeit zu geben, um anzukommen, auf seine Sachen zu achten und vor allem entspannt zu bleiben, da vieles vor Ort etwas langsamer abläuft als man es vielleicht gewohnt ist.

Wie mich die Reise verändert hat

Während meiner Zeit in Lateinamerika konnte ich meinen Horizont in vielerlei Hinsicht erweitern. Ich habe zum ersten Mal über einen längeren Zeitraum mit Kindern gearbeitet und gemerkt, wie viel Freude es mir macht. Später habe ich außerdem in einem Hostel als Bartender gearbeitet und dabei neue Fähigkeiten gelernt. Gleichzeitig habe ich eine neue Kultur kennengelernt, mit neuen Gewohnheiten, anderem Essen, neuer Musik und natürlich auch einer neuen Sprache. Ich habe auch eine neue Sichtweise auf das Leben entwickelt. Ich versuche heute, entspannter mit Dingen umzugehen, mich nicht sofort aufzuregen und mir mehr Zeit zu lassen. Besonders prägend waren für mich die vielen Momente mit den Kindern. Jeder Tag war anders und man hat ständig neue Situationen erlebt, aus denen man lernen konnte. Insgesamt habe ich mich vor allem dadurch weiterentwickelt, dass ich viele neue Erfahrungen gesammelt habe. Natürlich macht man auch Fehler, aber genau daraus lernt man. Allein für so lange Zeit nach Kolumbien zu gehen, war schon ein großer Schritt für mich, und mit der Zeit wurde vieles ganz selbstverständlich. Darauf bin ich auch besonders stolz: dass ich den Mut hatte, alleine nach Kolumbien zu reisen, ohne genau zu wissen, was mich erwartet und ob es mir gefallen würde.

Meine Tipps für zukünftige Teilnehmer

Mein Aufenthalt in Lateinamerika war besonders, weil ich viele verschiedene Orte sehen und viele neue Menschen kennenlernen konnte. Ich habe mein Spanisch verbessert, mit Kindern gearbeitet, ihnen im Projekt geholfen und gleichzeitig neue Dinge gelernt, zum Beispiel Surfen.
Der Kontinent unterscheidet sich in vielen Punkten von dem, was ich vorher kannte. Besonders die Mentalität der Menschen ist sehr entspannt und offen. Musik gehört fast überall zum Alltag und vieles wird weniger streng und formell gesehen. Gleichzeitig ist auch die Landschaft sehr vielfältig, mit Stränden, Bergen, Städten und viel Natur. Außerdem gibt es eine lebendige Kultur mit vielen Festen, gutem Kaffee und einer sehr bunten Atmosphäre.
Mit drei Worten würde ich Lateinamerika als tanzend, vielfältig und lebendig beschreiben. Tanzend, weil Musikrichtungen wie Reggaeton, Salsa oder Cumbia überall präsent sind und viel gefeiert wird, besonders in Städten wie Cartagena. Vielfältig, weil es so viele unterschiedliche Landschaften und Möglichkeiten gibt. Lebendig, weil ich unglaublich viele Eindrücke gesammelt habe, viele lustige Momente erlebt habe und es auch eine besondere Erfahrung war, allein zu reisen.

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