Es war wirklich beeindruckend, die Schildkröten beim Schlüpfen oder Eier legen beobachten zu können und zu wissen, dass unsere Arbeit einen direkten Einfluss auf ihr Überleben hat!
Ein Monat in Montezuma, Costa Rica – ein Traum vom Arbeiten mit Tieren wurde im Turtle Protection Projekt Wirklichkeit. Nicola hat bereits lange von dieser Reise geträumt und die Vorbereitungen verliefen reibungslos. Vor Ort konnten schließlich unvergessliche Momente erlebt werden: nächtliche Patrouillen am Strand, das Schlüpfen von hunderten winzigen Schildkröten und das gemeinsame Leben mit anderen Volunteers direkt am Meer. In ihrer Freizeit entdeckte Nicola Wasserfälle, ging schnorcheln auf der Isla Tortuga und schwamm in leuchtendem Wasser bei einer Biolumineszenz-Tour. Die offene, herzliche Kultur und die Lebensfreude der Menschen haben sie nachhaltig beeindruckt. Diese Reise hat sie mutiger, spontaner und gelassener gemacht – und vor allem mit Freundschaften bereichert, die weit über die Zeit in Costa Rica hinaus bestehen werden!
Ich hatte eigentlich schon immer den Wunsch, einmal nach Costa Rica zu reisen und dort ein Projekt mit Tieren zu unterstützen. Als ich Anfang des Jahres mit meinem Bachelor fertig geworden bin, hatte ich viel Zeit und einfach mal nach Projekte im Ausland gegoogelt. So bin ich dann auf WanderWorld und das Turtle Protection Projekt gekommen. Etwa vier Monate vor meinem Abflug habe ich die Reise gebucht und ab diesem Zeitpunkt ging auch schon meine Reisevorbereitung los! Das war echt aufregend und meine Vorfreude ist mit jedem Tag gestiegen. Ich musste noch ein paar Impfungen nachholen und bin mega oft die Packliste durchgegangen. Das Vorbereitungsseminar von WanderWorld hat mir dabei geholfen und ich habe ich viele wichtige Informationen über das Land, die Kultur und das Projekt erhalten.
Nach meiner Ankunft war ich erstmal total müde von der langen Reise aber gleichzeitig auch super aufgeregt. Auf meiner Einführungsveranstaltung in San José habe ich Lisa kennengelernt, mit der ich später zusammen im Projekt war und inzwischen sind wir richtig gute Freundinnen geworden. In San José haben wir auf einem Markt lokale Früchte probiert, haben Colones abgehoben und sind traditionell essen gegangen. Am nächsten Tag waren Lisa und ich dann auf dem Weg nach Montezuma in unser Projekt, wo es auch schon direkt losging. Wir haben gelernt, wie man Nester gräbt, und waren direkt bei einer Exhumation dabei. Dabei werden Nester über dem Schlüpfdatum ausgegraben und wir haben unsere ersten Babyschildkröten gesehen!! Das war so toll und aufregend! Nach den ersten paar Tagen im Projekt habe ich mich schon richtig eingelebt und wohlgefühlt.
Im Projekt hatten wir verschiedene Aufgaben. Tagsüber hatten wir meistens Beach oder House Cleanings und nachts hatten wir immer drei Stunden Nachtschicht (18-21 Uhr, 21-0 Uhr, 0-3 Uhr oder 3-6 Uhr). Dabei sind wir zu zweit oder dritt am Strand auf Patrouille gegangen und haben nach Schildkröten bei der Eiablage und Nestern gesucht. Die Eier haben wir dann in die Hatchery gebracht und in ein perfektes Nest eingegraben, wo sie geschützt schlüpfen können. Außerdem haben wir Daten erfasst, zum Beispiel die Größe der Schildkröten oder die Spuren im Sand gemessen. Manchmal hatten wir statt Patrouille auch Watching Shift. Wenn ein Nest kurz vor dem Schlüpfen stand, haben wir es dort überwacht und geschaut, ob etwas passiert. Generell war es wirklich beeindruckend, die Schildkröten beim Schlüpfen oder Eier legen beobachten zu können und zu wissen, dass unsere Arbeit einen direkten Einfluss auf ihr Überleben hat!
Meine Freizeit habe ich gerne mit den anderen Volunteers verbracht und wir waren oft den Vormittag über am Strand, haben einen Ausflug zu den Wasserfällen gemacht, oder uns einfach nur in den Hängematten entspannt. In Montezuma gab es außerdem viele süße Cafés und Restaurants, die wir ausprobiert haben. Wir haben auch super viele Touren von Montezuma aus gemacht, zum Beispiel Zipline fahren im Regenwald, Ausreiten am Strand, Schnorcheln auf der Isla Tortuga oder eine Quad-Tour. Mein absolutes Highlight war aber die Biolumineszenz-Tour: Dabei wurden wir nachts mit einem Boot aufs Meer gefahren und sind schwimmen gegangen. Durch die Biolumineszenz hat das ganze Wasser geleuchtet und Lichtstreifen hinterlassen. Das zu sehen, war echt ein unvergessliches Erlebnis.
Während meiner Zeit in Lateinamerika habe ich die Kultur als sehr herzlich und offen erlebt. Gleichzeitig habe ich erlebt, dass viele Menschen in vergleichsweise einfachen Verhältnissen leben und dass Themen wie der Einfluss von Drogen im Alltag präsenter sind. Von den Menschen vor Ort konnte ich aber auch lernen, gelassener zu sein und den Moment mehr zu genießen, anstatt ständig vorauszuplanen. Im Vergleich zu Deutschland war alles viel spontaner, einfach „pura vida“!
Auf meiner Reise habe ich so viele schöne Momente erlebt, dass ich mich gar nicht richtig festlegen kann. Mega schön war ein Abend meinen Freundinnen vom Projekt, als wir uns Pasta und Brownies to go geholt haben und am Strand auf Handtüchern und Decken H2o geschaut haben. Aber auch einfach generell die Zeit mit den anderen Volunteers, die gemeinsamen Hatchery Schichten, Touren oder einfach nur zu quatschen. Ansonsten war es natürlich jedes Mal sehr eindrucksvoll, die Turtle Hatchings mitzuerleben und zu sehen, wie hunderte winzige Schildkröten ihren Weg ins Meer finden. Aber auch jede Patrouille, bei der man nachts am Strand Schildkröten beim Nest bauen oder Eier legen beobachten konnte, war echt besonders!
Die Arbeit der Volunteers ist für die Arterhaltung der Schildkröten sehr wichtig! Dadurch, dass wir bei unseren nächtlichen Patrouillen Nester sichern und geschützt eingraben, erhöht sich die Schlüpfrate der Schildkröten deutlich. So hat unsere Arbeit einen direkten Einfluss auf das Überleben der Schildkröten und würde ohne uns nicht gemacht werden.
Nach meiner Zeit in Montezuma bin ich noch ein bisschen alleine durch Costa Rica gereist und war unter anderem in Manuel Antonio im Nationalpark. Das war wirklich so ein eindrucksvolles schönes Erlebnis – ich habe Faultiere, Brüllaffen, Fledermäuse, Kolibris und noch so viel mehr gesehen.
Meine Unterkunft war sehr einfach und dadurch ganz anders als ich es von Zuhause gewohnt bin. Das Zimmer habe ich mir mit zwei anderen Volunteers geteilt. Am meisten hat uns der Gemeinschaftsbereich auf der Terrasse gefallen. Hier haben wir zusammen gegessen, Spiele gespielt und uns unterhalten. Außerdem hatten wir einen direkten Blick auf das Meer und waren mitten in der Natur. Manchmal hatten wir sogar Kapuzineraffen auf dem Dach oder haben Gürteltiere gesehen. Die Lage war generell echt super: Wir waren direkt am Strand und konnten in wenigen Minuten nach Montezuma in den Ort laufen. Beim Haus hatten wir außerdem zwei Haustiere, eine Katze (Chusma) und Hund (Lucy)!
Costa Rica ist wirklich ein so besonderes Land und irgendwann will ich unbedingt nochmal zurückkommen. Man kann wirklich so viele unterschiedliche Sachen sehen und erleben; es gibt Vulkane, zahlreiche Nationalparks, tolle Orte zum Surfen und noch viel mehr. Mein Tipp wäre, sich vorher noch kein Bild davon zu machen, wie es sein wird – es kommt eh immer ganz anders als man denkt.
In Montezuma habe mich eigentlich immer sehr sicher gefühlt. Meistens war ich in einer Gruppe unterwegs, bin aber auch manchmal alleine in den Ort zum Supermarkt. Dadurch, dass wir einen Monat dort gelebt haben, kannten wir irgendwann auch die Leute aus dem Dorf und man hat sich beim Vorbeigehen gegrüßt. Nachts auf den Patrouillen war man auch nie alleine, sondern immer mit einem oder zwei anderen Volunteers eingeteilt.
Ich bin stolz auf mich, dass ich mich getraut habe, alleine so weit weg zu reisen und mich auf ein neues Land und eine neue Kultur einzulassen. Und so alleine war ich gar nicht. Ich habe so viele nette Menschen auf meiner Reise kennengelernt und im Projekt neue Freundschaften geschlossen, die hoffentlich noch ganz lange halten!
Ich kann einen Auslandsaufenthalt in Lateinamerika auf jeden Fall weiterempfehlen! Costa Rica war als Land echt so schön, mit einer beeindruckenden Natur. Ich habe auf meiner Reise so viele Tiere gesehen und so viel Neues erleben dürfen, das war wirklich unglaublich. Außerdem habe ich im Projekt neue Freundschaften geschlossen und bald besuchen wir uns alle in Deutschland wieder! Guatemala möchte ich irgendwann auch unbedingt besuchen – Lisa war vor unserem Projekt schon einen Monat dort und hat nur Positives erzählt.
Damit einem das Turtle Protection Projekt gefällt, sollte man sich für Tiere beziehungsweise Schildkröten interessieren. Außerdem hat man bei der Arbeit viel Verantwortung, wenn man z.B. ein Nest baut oder die Eier ausgräbt und sollte auch verantwortungsvoll mit den Aufgaben umgehen. Ansonsten sollte man darauf einstellen, dass man nicht alles im Voraus planen kann, wie man es vielleicht von zu Hause gewohnt ist. Man sollte spontan sein, Freude am Abenteuer und einer neuen Erfahrung haben!
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